Ferencváros
TrabzonsporAutor: Christian Scholz — Experte für Conference League, Europa League, Eredivisie, J1 League und Copa Sudamericana
Der türkische Spitzenklub Trabzonspor hat im Sommer ordentlich zugeschlagen – mit Mohamed Salah und weiteren prominenten Namen wurde das Kaderinvestment hochgefahren. Doch nach der 0:1-Heimniederlage im Hinspiel des Play-off-Finales zur Europa League gegen Ferencváros droht nun das frühe Aus. Kann die Star-Truppe um Salah das Blatt im Rückspiel in Budapest noch wenden?
Der Sieg in Trabzon passt nicht zu den bisher schwankenden Leistungen der Ungarn zu Saisonbeginn. In den ersten drei Ligapartien galt Ferencváros jeweils als klarer Favorit, holte aber nur vier Punkte. Auch in den vorangegangenen Qualifikationsrunden gab es Mühe – gegen Twente (2:1, 2:2) und Górnik (1:0, 1:1) war es eng. Einzig die klaren Auftritte gegen das unterlegene Vojvodina (2:1, 3:0) ließen Durchsetzungsvermögen erkennen.
Trainer Balázs Borbély setzt auf eine defensive Grundordnung mit selektivem Pressing und schnellen Umschaltmomenten. Eine zentrale Figur ist Mikkel Zachariassen (drei Tore, zwei Vorlagen in der Qualifikation), der die Angriffe über die Flanken beschleunigt. Für das Rückspiel steht die Kontrolle von Salah im Vordergrund. Borbély experimentierte zuletzt mit Kanichovsky und O’Dowda im Zentrum, doch gegen Trabzonspor wird der Ire voraussichtlich von Beginn an auflaufen. O’Dowda kann auch als linker Außenverteidiger agieren und soll Kadu bei der Bewachung des gefährlichsten gegnerischen Spielers unterstützen – eine Taktik, die im Hinspiel bereits aufging.
Die Schwarz-Blauen tun sich schwer, ins Rollen zu kommen. Das betrifft nicht nur die Europa-League-Qualifikation, sondern auch den Start in der Süper Lig. Gegen Kasımpaşa (1:1) verspielte Trabzonspor als Favorit Punkte, gegen Başakşehir (2:1) reichte es nur mit Mühe. Coach Fatih Tekke setzt auf Ballbesitz, doch sein System zeigt klare Schwächen. Jeder Gegner nutzte bisher die hochstehende Abwehrkette der Gäste und bestrafte sie mit Kontern. Obwohl Trabzonspor im Hinspiel 66 % Ballbesitz hatte, standen die Torchancen (3:3) und der xG-Wert (1,33 zu 1,01) nahezu gleich – die Defizite sind offensichtlich.
Das fehlende Gleichgewicht liegt auch am Neuaufbau. Tekke sucht noch nach der optimalen Mischung. Im Hinspiel brachte er zur Pause die Neuzugänge Şimşir und Malinowski, die dem Spiel mehr Kreativität verliehen. Beide sollen im Rückspiel von Beginn an kommen. Ein weiterer Star, Fabinho, ist zwar erst kürzlich verpflichtet worden, aber nicht für die Europa-League-Qualifikation gemeldet und fällt aus. Im Angriff ruhen die Hoffnungen auf Salah, der sich durch die Manndeckung kämpfen muss. In der Innenverteidigung ist Nwaiwu gesperrt, dafür rückt der erfahrene Savic neben Özkacar.
Ferencváros (4-3-3):
Fehlen: Botka, Acolatse (beide nicht im Kader) Trainer: Balázs Borbély
Trabzonspor (4-2-3-1):
Fehlen: Nwaiwu (gesperrt), Forcarelli (verletzt), Çevikkan (bei Nationalmannschaft), Fabinho, Yokushlu, Landström, Batagov (alle nicht im Kader) Trainer: Fatih Tekke
Das Spiel leitet der slowenische Referee Rade Obrenović. In den vergangenen zwei Saisons pfiff er elf Partien auf europäischer Bühne. Dabei zeigte er im Schnitt 4,18 gelbe Karten und 24,73 Fouls pro Spiel. In sieben von elf Begegnungen lag die Anzahl der Verwarnungen bei maximal vier – der Unparteiische gilt als eher zurückhaltend.
Trabzonspor ist in dieser Phase mehr eine Ansammlung namhafter Einzelkönner als eine eingespielte Mannschaft. Die Türken kommen schwer in die Saison, sowohl in der Liga als auch international. Coach Tekke will dominant auftreten, doch die mangelnde Balance und die Anfälligkeit für Konter sind eklatant. Ferencváros wiederum fühlt sich in der Rolle des Unterlegenen sichtlich wohl – das Team von Borbély lauert auf Umschaltmomente, die Zachariassen und Co. exzellent ausspielen.
Stilistisch sind die Ungarn für Trabzonspor ein äußerst unangenehmer Gegner. Zwar sind die Gastgeber ebenfalls nicht fehlerfrei, doch ihre Struktur und eingespielten Abläufe sind klar überlegen. Hinzu kommt: Ferencváros hat in dieser Qualifikation zu Hause noch kein Spiel verloren (drei Partien) und bereitete sich in einer kompletten Trainingswoche auf das Rückspiel vor. Trabzonspor hingegen absolvierte zwischen den beiden Europapokalspielen noch ein hartes Ligamatch.
Empfehlung: Ferencváros verliert nicht (Quote 1,63)
Die Ungarn werden sich hinten reinstellen und auf Konter setzen. Diese Pragmatik zeigt sich auch in den jüngsten Pflichtspielen: In den letzten fünf Partien blieb es stets unter 2,5 Toren, viermal fiel maximal ein Treffer. Trabzonspor kommt trotz offensiv starker Namen erst auf drei Tore in drei Saisonspielen – überragende Zahlen sind das nicht. Zwar ist ein gegenseitiges Tor nicht ausgeschlossen, aber ein „Over“-Szenario erscheint unwahrscheinlich.
Zusatzwette: Unter 2,5 Tore (Quote 1,93)
Die Redaktionsprognose dient ausschließlich zu Informationszwecken und ist keine konkrete Handlungsempfehlung. Jeder Nutzer sollte vor einer Wettentscheidung eine eigene Analyse durchführen.
Ferencváros4-3-3
Trabzonspor4-2-3-1Prognosen zum Spiel Ferencváros – Trabzonspor erscheinen bald.
Das Rückspiel wird am 27. August 2026 um 20:30 Uhr in Budapest ausgetragen.
Die Empfehlung lautet: Ferencváros verliert nicht (Quote 1,63) und zusätzlich Unter 2,5 Tore (Quote 1,93).
Bei Trabzonspor fehlen Nwaiwu (gesperrt), Forcarelli (verletzt), Çevikkan (bei Nationalmannschaft) sowie Fabinho, Yokushlu, Landström und Batagov (alle nicht im Kader).
Ferencváros setzt auf eine defensive Grundordnung mit selektivem Pressing und schnellen Umschaltmomenten, vor allem über die Flanken mit Mikkel Zachariassen.
Das Spiel leitet der slowenische Referee Rade Obrenović, der in europäischen Partien eher zurückhaltend mit Verwarnungen umgeht.