LNZ Lebedyn
GentIm zweiten Qualifikationsrunden-Hinspiel der UEFA Conference League kommt es zum Aufeinandertreffen zwischen dem ukrainischen Überraschungsteam LNZ Tscherkassy und dem belgischen Traditionsklub KAA Gent. Die Partie findet auf neutralem Boden im polnischen Plock statt, was den Heimvorteil für die Ukrainer weitgehend neutralisiert. Die große Frage ist, ob die pragmatische Defensive der Hausherren die formschwachen Gäste bezwingen kann.
Die Mannschaft aus Tscherkassy beendete die vergangene Saison der ukrainischen Premier League auf einem sensationellen zweiten Platz. In 30 Spielen sammelte das Team 60 Punkte, feierte 18 Siege und kassierte dabei nur 17 Gegentore – eine beeindruckende Bilanz, die auf einer extrem stabilen Defensive basiert. Die Vorbereitung auf die neue Saison untermauert diesen Eindruck: In sieben Testspielen gab es Siege gegen namhafte Gegner wie Sturm Graz (6:2) und MTK Budapest (4:0), ein torloses Remis gegen Dinamo Zagreb und nur zwei Niederlagen gegen Hajduk Split (0:1) und Göztepe (0:2). Diese Ergebnisse zeigen eine hervorragende taktische und physische Verfassung, insbesondere in der Organisation der Abwehrarbeit gegen starke Gegner.
Für den ukrainischen Klub ist dies der erste Auftritt in der laufenden Europapokal-Saison, und man will den Status als ambitioniertes Projekt untermauern. Die Sommer-Neuzugänge, der nigerianische Stürmer Kody David (von AS Trenčín) und der albanische Flügelspieler Tedi Cara (von Oleksandrija), sind bereits gut integriert. David bringt körperliche Präsenz und Torinstinkt mit, Cara soll für mehr Variabilität auf den Außenbahnen sorgen. Kritische Verletzungen gibt es im Kader nicht, die Mannschaft ist bereit für die Herausforderung.
Die Vorsaison endete für die Belgier in einer sportlichen Katastrophe. In der Meisterrunde belegte man nur den fünften Platz und blieb in zehn Spielen ohne Sieg (sechs Unentschieden, vier Niederlagen). Besonders erschreckend war die Offensivschwäche mit nur vier erzielten Toren bei 14 Gegentreffern, inklusive eines 0:5-Debakels gegen Brügge. Die Vorbereitung zeigt ein gemischtes Bild: Siege gegen unterklassige Teams (6:1 gegen Merelbeke, 4:0 gegen Beveren) und einen starken 2:0-Erfolg gegen Twente Enschede, aber auch Remis gegen AZ Alkmaar (3:3) und Twente (2:2) sowie eine Niederlage gegen den ukrainischen Klub Krywbas (1:2). Das Team hat offensiv zweifellos Potenzial, offenbart aber weiterhin eklatante defensive Schwächen.
In der Conference-League-Qualifikation soll die Wiedergutmachung für den Frühjahrs-Einbruch gelingen. Die Neuzugänge, der erfahrene Innenverteidiger Christian Burgess (vom RSC Union Saint-Gilloise) und der zentrale Mittelfeldspieler László Bénes (vom 1. FC Union Berlin), sollen Stabilität und Kreativität bringen. Burgess verleiht der Abwehr mehr Physis und Kopfballstärke, Bénes ist für Ballkontrolle und Spielaufbau zuständig. Die fehlende Eingespieltheit in der Defensive könnte jedoch in den ersten Pflichtspielen zum Problem werden, zumal auch die Offensive zuletzt schwankte. Auch hier gibt es keine verletzungsbedingten Ausfälle.
LNZ Tscherkassy: Die genaue Startelf ist nicht bekannt, doch das Team wird voraussichtlich in einem kompakten 4-4-2 oder 4-2-3-1 auflaufen, mit dem Fokus auf defensive Stabilität und schnelle Umschaltmomente. Die Neuzugänge David und Cara werden wohl von Beginn an spielen.
KAA Gent: Gent wird vermutlich in einem offensiven 3-4-3 oder 4-3-3 agieren. Die Abwehr um Neuzugang Burgess muss sofort funktionieren, während im Mittelfeld Bénes die Fäden ziehen soll. Die offensive Dreierreihe soll für Torgefahr sorgen.
Der schwedische Unparteiische pflegt einen eher loyalen Stil und erlaubt harte, aber faire Zweikämpfe. Im Durchschnitt zeigt er 3,15 gelbe Karten pro Spiel, 0,15 rote Karten und verhängt 0,20 Elfmeter. In vier Europapokal
Prognosen zum Spiel LNZ Lebedyn gegen Gent erscheinen bald.