Eintracht Braunschweig
UnionAutor: Christian Herrmann — Fußballexperte für Serie B, Superliga, Série B, U19-Frauen-EM, Qualifikation, Veikkausliiga
Die erste Runde des DFB-Pokals beschert uns ein Duell zweier Mannschaften, die defensiven Stabilität offenbar als optional betrachten. Sowohl Eintracht Braunschweig als auch Union Berlin setzen auf vertikales, temporeiches Angriffsspiel und scheuen sich nicht, aus jeder Lage den Abschluss zu suchen. Die Frage ist nicht ob, sondern wie viele Tore fallen werden.
Die Niedersachsen hangeln sich weiterhin durch eine Phase der Ergebnis-Unberechenbarkeit. Der Klassenerhalt in der 2. Bundesliga in der Vorsaison gelang nur äußerst knapp – Rang 15 und die bessere Tordifferenz bewahrten das Team vor der Relegation. Lars Kornetka übernahm damals im Laufe der Spielzeit und blieb auch für die neue Saison an Bord, doch konstante Leistungen sind bislang Mangelware.
Der Kader hat den Sommer nahezu unverändert überstanden. Die einzigen nennenswerten Abgänge sind Linksverteidiger Leon Bell Bell (25 Einsätze 2025/26), Verteidiger Patrick Nkoa (18 Spiele) und Flügelspieler Fabio Kaufmann (17 Partien). Interessant: Die Lücken in der Defensive wurden aus dem eigenen Bestand geschlossen, während die Neuzugänge fast ausschließlich die Offensive verstärken.
Der Verein setzt dabei auf junge Talente. Jann Sturm (21, Flügel, aus der U23 des SC Freiburg), Samuele Di Benedetto (20, Mittelfeld, zweite Mannschaft des VfB Stuttgart) und Jan Urbich (22, von Borussia Mönchengladbach) sollen frischen Wind bringen. Die Kehrseite der Jugend: mangelnde Konstanz. In der Vorbereitung bezwang Braunschweig nur unterklassige Gegner, der Start in die Zweitliga-Saison war ein Spiegelbild der Unbeständigkeit – ein 6:1-Kantersieg in Magdeburg (allerdings mit numerischer Überlegenheit über weite Strecken) gefolgt von einem 0:1 zu Hause gegen Bochum mit zahlreichen vergebenen Chancen.
Im DFB-Pokal scheiterten die „Gelb-Blauen“ in den letzten drei Jahren stets in Runde eins. Die Ausnahme: die vergangene Saison, als man dem VfB Stuttgart ein spektakuläres 4:4 abrang und erst im Elfmeterschießen mit 7:8 unterlag.
Die Hauptstädter etablierten sich als solides Mittelfeld der Bundesliga und beendeten die Saison auf Platz elf. Der Sommer brachte jedoch tiefgreifende Veränderungen. Mauro Lustrinelli übernahm das Traineramt – der 50-Jährige führte in der Saison 2025/26 den Schweizer Klub Thun zur historischen Meisterschaft. Sein System basiert auf kompaktem Defensivverhalten und blitzschnellen Umschaltmomenten.
Die Abteilung Abwehr wurde jedoch entscheidend geschwächt. Mit Danilo Duchi (7 Tore + 1 Vorlage in 37 Spielen 2025/26) und Diogo Leite (25 Einsätze) verließen zwei Schlüsselspieler den Klub. Als Ersatz kamen der junge Zeno van den Bosch (vom Royal Antwerpen) und der erfahrene Marvin Friedrich (von Borussia Mönchengladbach). Beide bilden nun die Innenverteidigung – mit durchwachsenem Erfolg.
Die Vorbereitung war alarmierend. In zehn Testspielen gelang nur einmal ein Zu-Null-Sieg. Selbst gegen den Fünftligisten Rathenow (12:2) kassierte man zwei Gegentreffer. Insgesamt gab es nur drei Siege, darunter Niederlagen gegen den Schweizer Zweitligisten Aarau (1:2) und den Regionalligisten Carl Zeiss Jena (0:2). Die Ursache liegt auf der Hand: Lustrinellis offensive Ideen wurden schnell verinnerlicht, der Ball gelangt zügig in den gegnerischen Strafraum. Doch hinten herrscht Chaos. Gegen Dynamo Dresden (1:2) und Ipswich Town (2:4) fielen fünf von sechs Gegentoren durch die Zentrale – die Innenverteidiger verloren ihre Position oder kamen zu spät.
Bemerkenswert: Im DFB-Pokal überstand Union in den letzten fünf Jahren stets die erste Runde und kassierte in diesem Zeitraum insgesamt nur ein Gegentor.
Eintracht Braunschweig (4-2-3-1): Hoffmann – Aydin, Ehlers, Hoti, Sanchez – Di Benedetto, Flick – Opoku, Marie, Sturm – Urbich
Verletzt fehlen: Jekel, Sané, Heusser, Rebieger
Trainer: Lars Kornetka
Union Berlin (4-4-2): Klaus – Juranović, Friedrich, van den Bosch, Rothe – Jen, Khedira, Klemlein, Burcu – Latté Laf, Ansah
Verletzt fehlt: Raab
Trainer: Mauro Lustrinelli
Der Unparteiische für diese Begegnung wurde noch nicht offiziell benannt. Angesichts der Pokal-Brisanz ist jedoch mit einem erfahrenen Referee zu rechnen, der die hitzige Atmosphäre eines Pokal-Duells gewohnt ist.
Hauptprognose: Sieg Union Berlin (Quote 1.88)
Union Berlin ist sicherlich kein Überteam der Bundesliga, doch in dieser Konstellation haben die Berliner die klar besseren Karten. Der Kader ist komplett, die Offensive funktioniert trotz defensiver Schwächen. Van den Bosch traf beispielsweise in den letzten beiden Partien doppelt. Die „Rot-Gelben“ haben Lustrinellis offensive Ausrichtung verinnerlicht – in der Vorbereitung erzielten sie im Schnitt 2,5 Tore pro Spiel (ohne das 12:2 gegen Rathenow: 1,37). Das Angriffsspiel ist variantenreich und aggressiv.
Braunschweig hingegen lebt von Unbeständigkeit. Der 6:1-Sieg in Magdeburg täuscht – die Überzahl war entscheidend. Gegen den stärkeren Gegner Bochum offenbarten sich sofort die alten Probleme. Unions Pokal-Erfahrung spricht ebenfalls für die Gäste. Daher: Sieg Union Berlin.
Torprognose: Über 3,5 Tore (Quote 2.48)
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Union erzielte in der Vorbereitung im Schnitt 2,5 Tore pro Spiel, kassierte aber auch zwei Gegentore. Braunschweig lieferte bereits ein 6:1 ab und hat im Pokal eine Historie torreicher Partien: 4:4 gegen Stuttgart, 1:4 gegen Frankfurt, 1:3 gegen Schalke, 4:4 gegen Hertha. Alles deutet auf eine offene Begegnung mit vielen Treffern hin. Tipp: Über 3,5 Tore.
Die Redaktionsprognose dient ausschließlich zu Informationszwecken und ist keine konkrete Handlungsempfehlung. Jeder Nutzer sollte vor einer Wettentscheidung eine eigene Analyse durchführen.
Eintracht Braunschweig4-2-3-1
Union3-5-2
Das Spiel wird am 23. August 2026 um 15:30 Uhr in Braunschweig ausgetragen.
Union Berlin gilt als Favorit. Die Hauptprognose lautet auf einen Sieg der Gäste (Quote 1,88).
Braunschweig ist unbeständig – nach einem 6:1-Kantersieg in Magdeburg folgte eine 0:1-Heimniederlage gegen Bochum. Union Berlin zeigte in der Vorbereitung defensive Schwächen, erzielte aber offensiv durchschnittlich 2,5 Tore pro Spiel.
Bei Braunschweig fehlen Jekel, Sané, Heusser und Rebieger. Union Berlin muss auf Raab verzichten.
Empfohlen wird ein Sieg von Union Berlin (Quote 1,88) sowie eine Wette auf über 3,5 Tore (Quote 2,48), da beide Teams offensiv ausgerichtet sind und defensiv anfällig wirken.